Katrin Langensiepen zu Gast im Landkreis Vechta – Erinnerungskultur und Inklusion im Fokus

Die Europaabgeordnete Katrin Langensiepen war zu Gast im Landkreis Vechta. Der
Kreisverband Vechta von Bündnis 90/Die Grünen nutzte die Gelegenheit, zentrale
gesellschaftspolitische Themen vor Ort in den Mittelpunkt zu stellen. Besonders die
Bereiche Inklusion, Erinnerungskultur und gleichberechtigte Teilhabe standen im Fokus
des Besuchs.
Ein inhaltlicher Schwerpunkt war der Austausch beim Andreaswerk sowie der Besuch
der dort angesiedelten Gedenkstätte für Menschenwürde. Das Andreaswerk zählt zu den
größten sozialen Trägern der Region und begleitet Menschen mit Behinderungen in
unterschiedlichen Lebensbereichen – von Wohnangeboten über Arbeitsmöglichkeiten bis
hin zu ambulanten Unterstützungsleistungen und Frühförderung.
Die Gedenkstätte für Menschenwürde nimmt innerhalb dieser Arbeit eine besondere
Rolle ein. Sie erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen
und dokumentiert die systematische Entrechtung und Ermordung von Menschen mit
Behinderungen. Zugleich versteht sie sich als Lern- und Bildungsort, der für
Menschenrechte, Demokratie und den Schutz der Würde jedes Einzelnen sensibilisiert.

Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung wurde im Gespräch
deutlich, wie wichtig eine aktive Erinnerungskultur für eine offene und solidarische
Gesellschaft ist.
Claudia Meyer-Blömer, Co-Sprecherin des Kreisverbandes Vechta von Bündnis 90/Die
Grünen, erklärte:
„Inklusion und eine lebendige Erinnerungskultur sind keine Randthemen, sondern
Kernfragen unserer Demokratie. Katrin Langensiepen setzt sich seit Jahren mit großer
Konsequenz für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein. Umso wertvoller war
es, gemeinsam die Gedenkstätte für Menschenwürde zu besuchen und zu sehen, wie
hier historische Verantwortung mit aktueller politischer Arbeit verbunden wird.“
Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war der Besuch des Kardinal-von-Galen-Hauses
in Dinklage. Dort stellte sich unter anderem der Verein Dinklusiv vor, der sich für
inklusive Bildungs- und Freizeitangebote in der Region engagiert. Ziel des Vereins ist es,
selbstverständliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung
im Alltag zu ermöglichen.
Besonders eindrucksvoll war der Besuch einer inklusiven Grundschulklasse. Der
gemeinsame Unterricht zeigte anschaulich, wie Inklusion im schulischen Alltag gelingen
kann – wenn entsprechende Strukturen, Ressourcen und eine klare Haltung vorhanden
sind. Die Gespräche mit Lehrkräften und Verantwortlichen machten deutlich, dass
Inklusion nicht nur pädagogisches Konzept, sondern gesellschaftlicher Auftrag ist.
MdEP Katrin Langensiepen äußerte sich:

„Menschenrechte und Antidiskriminierung beziehungsweise die Kämpfe gegen
Diskriminierung sind leider gerade nicht en vogue. Umso wichtiger ist es, immer wieder
diejenigen zu unterstützen, die sich für die UN-Behindertenrechtskonvention und für
Frauenrechte einsetzen. Es müssen auch weiterhin EU-Fördermittel fließen, um genau
solche inklusiven und menschenrechtlichen Projekte zu fördern.“

Im Rahmen des Aufenthalts nahmen zudem einige Mitglieder des Kreisverbands an
einer Veranstaltung der Organisation „Frauen für Demokratie“ und des Allgemeinen
Student*innenausschusses (AStA) der Universität Vechta teil, bei der unter anderem
über Gleichstellung und die Einrichtung einer Antidiskriminierungsstelle im Landkreis
diskutiert wurde. Der Kreisverband unterstützt ausdrücklich die Forderung nach einer
unabhängigen kommunalen Antidiskriminierungsstelle, um Betroffenen niedrigschwellige
Beratung zu ermöglichen und Diskriminierung wirksam zu begegnen.

Der Besuch von Katrin Langensiepen hat gezeigt, wie eng europäische Impulse, lokale
Initiativen und zivilgesellschaftliches Engagement zusammenwirken müssen, um
Menschenwürde, Inklusion und Gleichberechtigung nachhaltig zu stärken.